Zinnwerke | ein Raum für Kreative, ein Ort für alle in Hamburg Wilhelmsburg

ZINN MACHT SINN –
JETZT ERST RECHT!

PRESSEMELDUNG 16.11.2018 – 
der Zinnwerker*innen zum Planungsprozess der Zukunft der Zinnwerke

Wir, die Mieter*innen der Zinnwerke, begrüßen die Tatsache, dass am Kulturkanal endlich etwas passiert.
Wir wissen, dass es ein belastbares Nutzungskonzept für die Zinnwerke braucht, um den Ort dauerhaft zu erhalten. Uns ist klar, dass es angemessenen Brandschutz benötigt, um das Potential der Hallen auszuschöpfen zu können. Und natürlich kostet das alles Geld.

Aber: Im Beteiligungsprozess der Kreativ Gesellschaft kommen die Zinnwerker*innen nur als Ideengeber*innen vor – ohne die Sicherheit nach dem Abschöpfen unserer jahrelang gewachsenen Ideen auch an diesem Ort bleiben zu können.
Dabei liegt bei uns lokalen Nutzer*innen das Expert*innenwissen um die Bedarfe hier vor Ort. Wir haben die Erfahrungen und kennen unsere Nachbar*innen am Kulturkanal. Wir haben gemeinschaftlich die Zinnwerke zu dem gemacht, was sie jetzt sind.
Wir können nicht kreativ unser Wissen und unsere Zeit in einen Prozess einbringen, bei dem wir selbst ziemlich sicher unter die Räder kommen werden und der unsere über 100 geschaffenen Arbeitsplätze im schlimmsten Fall sogar gefährdet. Wir wollen weder unsere Arbeit verlieren noch unsere Gemeinschaft. Wir wollen erhalten und weiterentwickeln, was wir aufgebaut haben - zum Beispiel in Form einer Stiftung oder einer Genossenschaft. Die richtige Form für unsere Organisation zu finden, braucht jedoch Zeit und beginnt gerade erst sich zu formieren.

HIER IST NOCH GANZ VIEL PLATZ FÜR NEUE MIETER*INNEN, IDEEN UND KONZEPTE, AUF DIE WIR UNS JETZT SCHON FREUEN. Jedoch sind die zwei von der Kreativ Gesellschaft angesetzten Workshoptermine extrem kurzfristig und können somit keine Grundlage für ein fundiertes Verfahren bilden. Sie ersetzen nicht unser über die Jahre hinweg angeeignetes Wissen um den Ort. Das Verfahren gibt eine Situation vor, die scheinbar bei Null anfängt und von einer ortsfremden Organisation geleitet wird. Und zu guter Letzt ist es auch kein offenes Verfahren, da die Kreativ Gesellschaft bereits die Art und Weise des Planungsprozesses ohne die aktuell und potentiell Beteiligten festgelegt hat. 

WIR FORDERN DESHALB

_EINE KOOPERATION AUF AUGENHÖHE.
Diese sollte Pflicht sein, wenn die Entwicklung der Zinnwerke nicht langfristig auf Kosten der Stadtteilbewohner*innen und der hier geschaffenen beruflichen Existenzen gehen soll.

_VON ANFANG AN MIT UNSEREN KULTURKANALNACHBAR* INNEN AN DEN PLANUNGEN FÜR DIE ZINNWERKE BETEILIGT ZU WERDEN und nicht Teil eines Konzeptes von außen werden zu müssen.

_die Garantie zu bleiben, damit wir unser Expertenwissen gerne in den Planungsprozess einbringen. LASST UNS DIE ZINNWERKE »VON UNTEN« ENTWICKELN – also das Entscheidungsmoment zugunsten derjenigen verschieben, die hier bisher arbeiten und sich an diesem Ort engagieren. Entschleunigt den Planungsprozess, damit keine überstürzten Entscheidungen getroffen werden. Macht die Zinnwerke-Entwicklung unabhängig von Wahlkampfterminen!

_Kreativität darf nicht allein an der Wirtschaftlichkeit gemessen werden. Die Kreativ Gesellschaft ist aufgerufen, Platz für nicht-profitorientiertes kreatives Arbeiten zu erhalten, um auch in Zukunft in einer menschengemachten und menschenfreundlichen Welt zu leben.

WIR WOLLEN BLEIBEN, DENN: ZINN MACHT SINN! JETZT ERST RECHT!

Unser zinniges Presskit für dich:

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»THE REAL FAQs«

WELCHE PROBLEME HABEN DIE ZINNWERKE MIT DEN ENTWICKLUNGEN?
Wir sind schon lange hier und haben diesen Ort aufgebaut und zu dem gemacht, was er ist. Wir wollen nicht, dass all die Arbeit umsonst war. Denn die Kreativ Gesellschaft behält sich vor, diejenigen nach Wilhelmsburg zu holen, die ihr am besten ins Konzept passen.

WERDEN DIE BISHERIGEN NUTZER*INNEN AUS DEN ZINNWERKEN VERDRÄNGT?
Die Kreativ Gesellschaft hält sich offen, zu bestimmen, wer die neuen Mieter*innen werden und sucht schon fleißig nach Neuinteressent*innen. Eine Verdrängung ist deshalb anzunehmen.

BLEIBEN DIE MIETVERTRÄGE BESTEHEN?
Ja, aber die bestehenden Verträge haben nur eine Laufzeit von 6 Monaten. Damit sind keine unternehmerischen Planungen möglich. Wir brauchen eine langfristige Perspektive, um unsere Ideen umsetzen zu können.

GEHT ES BEI DER ENTWICKLUNG DARUM, DASS WIR NUR UNSERE PRIVATEN INTERESSEN DURCHSETZEN WOLLEN?
Nein. Ganz im Gegenteil: Es geht um die Zukunft eines wichtigen Zentrums dieses Stadtteils, das unter der Kreativ Gesellschaft ganz andere Züge annehmen wird. Ob die Zinnwerke in Zukunft in Form einer Stiftung, einer Genossenschaft oder einer ganz anderen Konstellation betrieben werden, gilt es gemeinsam zu erarbeiten.

ZinnZitate

»Wir waren alle von der Vorgehensweise der Kreativ Gesellschaft überrumpelt. Es ist, als ob dein Vermieter dir sagt, dass er deine Wohnung renoviert und du nur vielleicht wieder einziehen darfst.« - Pamela Goroncy von Stückliesel

»Im Gegensatz zu anderen Situationen in Hamburg drängt sich hier kein Miethai auf. Es sind immer wieder städtische Gesellschaften, die existenzielle Ängste in den Zinnwerken produzieren, ob Opernfundus oder Kreativgesellschaft« - Joshua Krüger von Sea-Watch

»Die Kreativ Gesellschaft tut in ihrer Kommunikation so, als ob die Zinnwerke ein weißes Blatt Papier sind. Die Zinnwerke ist für sie »Veringhof 7«, der »FlohZinn« einfach nur ein Flohmarkt. Wir werden in der momentanen Kommunikation einfach ausradiert.« - Dr. Kerstin Schaefer von Hirn und Wanst

»In unserem intensiven Projekt »Schau.Spiel. Platz.« haben wir die Zinnwerker*innen und die Bewohner*innen des Stadtteils kennen- und schätzen gelernt, um den Ort behutsam mitzugestalten. Wie unsensibel sich die Kreativ Gesellschaft bisherige Errungenschaften aneignet, spiegelt sich in der Flyergestaltung des anstehenden Workshops: Plumpe Illustrationen von Palmen, Delfinen und Trompeten überlagern unser Projekt und die gesamten Zinnwerke.« - Beate Kapfenberger und Martha Starke von morgen.

»Die Zinnwerke sind Wilhelmsburgs beste Potentialfläche für Kreativwirtschaft. Hier gedeiht – ohne öffentlichen Dünger – was Wilhelmsburg und Hamburg für die Zukunft brauchen. Hege und Pflege scheint mir viel einfacher und effektiver als Verpflanzung.« - Egbert Rühl, Geschäftsführer der Kreativ Gesellschaft im Jahre 2013

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Wir halten euch gern auf dem Laufenden was in den Zinnwerken passiert

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